Gepostet von Luca Hammer am
13.06.2008
Die Zukunft von Audio
Dieser Artikel ist Teil der Serie Die Zukunft Audiovisueller Medien
Dass wir noch nicht in einem multimedialen Zeitalter angekommen sind, habe ich bereits erläutert. Jetzt möchte ich auf die Möglichkeiten im auditiven Bereich eingehen und zeigen, was möglich ist und meiner Meinung nach stärker eingesetzt werden müsste.
Zuerst muss man den verstehen, warum Text heutzutage so gerne, vor allem in sogenannten professionellen Bereichen, eingesetzt wird.
Neben den anscheinend einfachen Möglichkeiten Text zu duplizieren und weiterzugeben, ist es einfach sich darauf zu beziehen. Bücher haben Seiten, Webseiten Absätze, auch wenn die nur selten angegeben werden.
Haben sie sich allerdings schon einmal einen Drucker von innen angesehen? Denken sie wirklich, dass er einfacher funktioniert als ein Kassettenrekorder?
Eine andere und ausschlaggebendere Sache ist die Möglichkeit fremden Text in meinen einzubauen. Ein Plagiat. Oder auch ein Zitat, worum es hier gehen soll. Ich kann Teile des Textes, auf den ich mich beziehe, abtippen und es dem Leser damit ersparen sich wegen einer kleinen Passage durch irgendwelche Archive oder Bibliotheken zu wühlen, nur um besser verstehen zu können, was ich damit sagen möchte.
Haben sie schon einmal versucht die Tonaufnahme einer anderen Person in ihre eigene einzufügen? Ein umständliches unterfangen, welches oft mit einem großen Qualitätsverlust verbunden ist. Dem kann man dann durch große Investitionen entgegen wirken. Vergleich man nun den Aufwand zwischen abtippen und reinschneiden, wird man schnell erkennen, warum Text so beliebt ist. Schließlich kann man das Gesagte aus dem Tonstück auch einfach abtippen.
Aber wir leben doch in einem digitalem Zeitalter?! Wer tippt denn noch etwas ab oder arbeitet mit Tonbandaufnahmen?!
Dem stimme ich zu. Heutzutage gibt es, einen Computer vorausgesetzt, die Möglichkeit Audio wie Text zu behandeln. Es gibt Programme mit denen ich mithilfe einiger weniger Mausklicks verschiedene Tonstücke zusammenschneiden kann und dieses als neues abspeichern. Meist in dem veralteten MP3-Format, aber dann können es zumindest alle anhören. Alle Probleme gelöst.
Warum wird dennoch so wenig Audio verwendet?
Damit kommen wir zu meiner nächsten Hypothese. Für die Massen, falls dieser Begriff in dieser Hinsicht noch gültig ist, ist nach wie vor der wichtigere Teil nicht das produzieren sondern das konsumieren. Nun lasse ich all die Dinge, die hauptsächlich der Unterhaltung dienen, wie etwa YouTube, außen vor und konzentriere mich auf Informationen und Wissen.
Ich habe einen Text, ob Papier oder digital spielt hierbei keine große Rolle, und aus diesem möchte ich mir den Inhalt holen, damit er dann in meinem Universalspeicher, dem Gehirn, abrufbar ist und dort weiterverarbeitet werden kann. In den meisten Fällen werde ich die ersten paar Zeilen lesen, um zu wissen worum es geht, möglicherweise nur die Überschrift und den Rest überfliege ich. Ein paar interessante Passagen, die mir wichtig erscheinen, lese ich langsamer um alles daraus mitnehmen zu können. Ich bestimme selbst die Geschwindigkeit der Informationsaufnahme. Manche Leute brauchen für den Text zehn Minuten, andere eine halbe Stunde. Wir haben unterschiedliche Lesegeschwindigkeiten, die auch aus den verschiedenen Interessen für den Inhalt des Textes resultieren.
Die Audioaufnahme hat aber nur eine Geschwindigkeit.
Das ist mir persönlich aber zu langsam, vor allem wenn der Inhalt für mich nicht relevant ist. Ich kann einfach weiterspringen, weiß dann jedoch nicht, ob dazwischen etwas wichtiges gewesen wäre. Also höre ich mir wohl oder übel das ganze Stück an oder brich es sofort ab.
Ich will das Tonstück also schneller hören, aber gerne doch:
Entschuldigung, das klingt jetzt aber nicht so gut. Die Technik ist weiter. Mit einem Klick kann der Computer ein relativ gut hörbares Tonstück erstellen, bei welchem die Geschwindigkeit um 50% erhöht wurde:
Das Problem ist also nicht die Technik. Auch wenn sie noch nicht ausgereift ist, dies sollte lediglich als Beispiel dienen und wurde in ein paar Minuten zusammengestellt. Das Problem ist die Integration der Technik. Ich muss mir das Audiostück zuerst runterladen und dann in einem einem eigenem Programm die Geschwindigkeit ändern, obwohl ich noch gar nicht weiß, wie schnell ich es brauche.
Als ich das erste Mal einen iPod gesehen habe, dachte ich mir wofür das Rad wohl sei. Meine erste Assozation war ein DJ-Pult. Super, da kann ich einfach die Geschwindigkeit ändern. Damals dachte ich nicht an Informationen, sondern lediglich an den Spaß Musikstücke zu verändern.
Momentan bin ich nicht mehr so gut informiert, falls also jemand ein Abspielgerät kennt, Plattenspieler ausgenommen (die haben sowieso das Tonhöhenproblem), welches ein stufenloses ändern der Geschwindigkeit zulassen, ab in die Kommentare. Noch besser wäre ein Player, den man in die Website einbauen kann oder ein Browserplugin.
Ich will nicht sagen, dass die Möglichkeit Audiofiles in beliebiger Geschwindigkeit ohne Informationsverlust abzuspielen ein neues Zeitalter einläuten würde, aber es ist aus meiner Sicht der nächste Schritt, der nötig ist.
Mein Gedanke hört an dieser Stelle nicht auf, aber eine gewisse Person wartet auf mich und der Beitrag ist auch so schon lange genug. Alles weitere gibt es dann das nächste Mal.
Über weitere Anregungen in den Kommentaren würde ich mich freuen.
Bild: orange*army
Gepostet von Luca Hammer am
26.04.2008
Wohin geht es mit 2-Blog?
Was schon wieder ein In-Frage-Stellen-des-Blogs? Ja, so ist es.
2-Blog begleitet mich seit 2 Jahren. Gutes Datum um aufzuhören. Tatsächlich habe ich daran gedacht, 2-Blog zu schließen. Meine Gedanken zur Blogosphäre und ähnliches kann ich auch woanders unterbringen. Die Geschichten gibt es jetzt schon nur noch auf looka.at.
Doch ganz leicht ist es auch wieder nicht. Ich mag diesen Blog, schreibe recht gern etwas rein und freue mich, dass er ein paar Leser hat. Es sind mir zu viele von Google, aber die bekommen jetzt auch Werbung. Beim Rest frage ich mir, was er hier erwartet. Warum lest ihr mich?
Früher konnte ich es vielleicht noch über die Texte erklären. Doch seit fast einem Monat gab es keinen interessanten Content mehr. Ich würde mich selbst nicht lesen. Habe ich schon einmal geschrieben, muss ich an dieser Stelle aber wiederholen. Vielleicht sollte ich eine Umfrage starten, was euch hier hält. Aber einfach wäre es, wenn ihr es einfach in die Kommentare posten würdet.
Jetzt noch kurz zu meinen Ideen für die Zukunft. Was der Kern von 2-Blog werden wird. Das rundherum, wie Stöckchen, metablogging, und anderer Stuss wird nicht verschwinden. Das gehört für mich einfach dazu. Doch ein Thema will ich dennoch haben. Etwas worauf der Blog aufbaut. Der Grund für die Leser den Blog zu abonnieren und wieder zu kommen.
Ich beschäftige mich sehr stark mit der Blogosphäre, studiere Publizistik- und Kommunikationswissenschaften und leite das Projekt Blögger. Was liegt da näher als über das Thema aus einer wissenschaftlich angehauchten Sicht zu schreiben?
Das würde mir wieder den nötigen Schub geben anständige Beiträge für 2-Blog zu schreiben. Wie manche wissen, bin ich aber ein leserorientierter Blog, der nach eurem Interesse handelt und euch einfach ignoriert. Daher interessieren mich zwei Fragen:
Warum lest ihr 2-Blog?
Würdet ihr 2-Blog lesen, wenn ich ein wenig Wissenschaft mit Blick auf Blogs rein bringen würde?
Sonstige Vorschläge?
Bild: svenwerk
Gepostet von Luca Hammer am
23.04.2008
Audiovisuelle Geschichtsfragmente
Dieser Artikel ist Teil der Serie Die Zukunft Audiovisueller Medien
- Die Zukunft audiovisueller Medien
- Audiovisuelle Geschichtsfragmente
- Text ist nicht das beste?
- Die Zukunft von Audio
Wir haben das Bedürfnis zu kommunizieren. Wenn zwei Personen in einem Raum stehen ist es ihnen meist unangenehm wenn keiner spricht. Kinder teilen ihren Eltern von ihrem Tag mit. Erwachsene auch. Haben wir nicht die Möglichkeit direkt mit Menschen unsere Erlebnisse zu teilen, schicken wir ihnen Nachrichten oder halten Dinge für uns selbst in einem Notizbuch fest. Manche nenne es Tagebuch, doch das würde den Geschäftsmenschen nicht gefallen. Jugendliche sprühen ihre Botschaften an Wände, Prominente schreien sie über das Fernsehen hinaus. Menschen schreiben Bücher, Briefe, Kurznachrichten, telefonieren, sprechen, schreien, malen, basteln. Wir drücken uns aus. Heute haben wir Weblogs. Wie wenden uns an die ganze Welt. Jeder soll uns lesen, hören, sehen. Jeden Gedankenschnipsel kommt zu Twitter. Unsere Videos zu YouTube, Bilder zu flickR. Unser Leben wird von uns selbst dokumentiert. Informationsüberfluss, Reizüberflutung.
Das Bedürfnis sich auszudrücken ist nicht neu. Die Möglichkeiten dazu haben sich in den letzten Jahren enorm entwickelt.
Aufnehmen kann man schon lange. 1875 konnte man mit dem Phonautograf1 von Edouard-Leon Scott de Martinville Stimmen aufzeichnen und abspielen. 1956 gibt es einen einsatzfähigen Vide Tape Recorder2 der Firma Ampex. Die Geschichte der Fotografie geht bis in das 13. Jahrhundert3 zurück. Die Geschichte der Schrift beginnt einige tausend Jahre4 früher. Noch älter ist die Höhlenmalerei, über 29000 Jahre5.
Doch erst mit dem Internet hat jeder die Möglichkeit bekommen sich an ein disperses Publikum zu wenden. Noch hat nicht jeder Zugang dazu, es wird von vielen nur zu einem winzigen Teil verwendet. Erneut fällt die Unterscheidung zwischen Text zum Informieren und Bild und Ton zur Unterhaltung auf.
Das nächste Mal werde ich aus meiner Sicht erläutern, welche Entwicklungen benötigt werden, damit wir Ton und Video in unsere Informationslandschaft integrieren können.
Bild: Phonautograph of Leon Scott, The Century Dictionary 1911, Vol. VI, Page 4450, Pholadidae to Phonikon. 1911
Gepostet von Luca Hammer am
17.04.2008
Die Zukunft audiovisueller Medien
Dieser Artikel ist Teil der Serie Die Zukunft Audiovisueller Medien
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- Die Zukunft von Audio
Wir leben in einer textbasierten Zeit. Davon bin ich fest überzeugt. Oft versucht man mir zu erklären, dass wir in einer multimedialen Welt leben. In meinen Augen ist das Schwachsinn. Aber warum? Was fehlt uns, damit das multimediale Zeitalter beginnen kann?
Das Jetzt ist vom Text bestimmt
Wenn sie nach Informationen suchen, dann werden sie in den meisten Fällen zuerst Google befragen. Manche beginnen auch bei Wikipedia. Doch dort suchen sie nicht etwa nach Bildern, Audiofiles oder Videos, sondern nach Textstellen. Sie geben ein oder mehrere Worte ein und bekommen verschiedene Seiten als Ergebnis. Google bestimmt was sie sich anschauen, doch das ist nicht Thema dieses Beitrags. Nun kommen sie also zu einer Website, die in den meisten Fällen zum größten Teil aus Text besteht. Sie überfliegen ihn und sehen sich interessant erscheinende Teile genauer an. Manchmal wird der Text durch Bilder oder Video unterstützt. Der Informationsgehalt dieser hält sich meist in Grenzen. Bei Nachrichtenportalen sind auch Symbolfotos sehr beliebt.
Nehmen wir zum Beispiel diesen Beitrag. Das Bild links oben sieht nett aus, ermöglicht vielleicht eine Einordnung des Textes ohne ihn zu überfliegen, aber es ändert am Informationsgehalt des Textes nichts.
Beschäftigen sie sich mit einem Thema genauer, werdet ihr auch eine Bibliothek aufsuchen bzw. allgemein eine Buchrecherche durchführen. Wieder lest ihr viel Text, der hin und wieder ein Bild beinhaltet.
Wenn ich ihnen nun die Frage stellen würde, welche Form von Information in unserer Gesellschaft am wichtigsten ist, werden sie mit Text antworten.
Audio und Video, die Hauptvertreter der angeblichen multimedialen Welt werden hauptsächlich zur Unterhaltung genutzt.
Das nächste Mal geht es mit der Geschichte weiter.
Bild: Dan Zen

