Der Weg ist das Ziel

Neuer WegWenn du schnell gehen willst, geh allein. Aber wenn du weit gehen willst, geh mit anderen. Afrikanisches Sprichwort

Das Leben ist viel zu ausgelaugt, als dass ich noch Lust hätte irgendetwas großartiges zu schreiben oder zu machen. Schauen wir uns doch einmal um, lauter Langweiler, Kritiker und Neinsager. Vollkommen sinnlos etwas zu versuchen, weil es ja doch keinen Sinn hat.

Großartig, wirklich großartig. Man schaut ständig auf die anderen, sieht wie sie auf die Schnauze fallen und denkt sich, dass man es besser kann, oft schreit man das auch noch in die Welt hinaus oder erzählt es zumindest seinen angeblichen Freunden. Hat einmal jemand Erfolg tut man so, als würde man es nicht verstehen oder man versteht es wirklich nicht. Man wirft der Person vor getrickst zu haben oder sonstiges. Sie hätten es gar nicht verdient und man selbst könnte das viel besser.

Totaler Schwachsinn. Entweder man macht es oder man macht es nicht. Niemand hat etwas gegen konstruktive Kritik oder Tipps, aber diese Gesellschaft der Nörgler nervt. Ein bisschen Ironie ist auch in Ordnung, aber tiefer Neid ist unangebracht.

Robert schreibt hin und wieder vom nicht nach links-und-rechts schreiben und einfach sein Ding durchziehen. Mir kommt manchmal vor, dass das falsch verstanden wird. Vielleicht bin es aber auch ich, der es nicht begreift. Für mich bedeutet es, dass man sich nicht von Neidern und Besserwissern beeinflussen lassen darf. Wenn man auf seinem Weg ist, kann man selbst bestimmen wohin er geht und muss sich nicht von anderen einreden lassen, wo es besser ist. Teilweise ist es nicht einmal negativ gemeint, doch wenn ich in die Berge will, jemand mich aber ans Meer schickt, weil ihm das besser gefällt, sollte ich seinem Rat nicht folgen. Es sei den ich bin mir noch gar nicht so sicher. Vielleicht ist das Meer ja auch toll und gefällt mir besser als die Berge. War der andere schon in den Bergen? Welche Erfahrungen hat er gemacht?

Es heißt jedoch nicht, dass man sich zu Beginn des Weges nicht umhören soll, was andere zum Reisevorhaben sagen oder wie sie es angegangen sind. Wenn jemand mit dreihundert Euro in die Karibik gekommen ist, warum sollte ich mir nicht überlegen den gleichen Weg zu nehmen. Vielleicht fallen mir auch ein paar Abkürzungen auf und ich schaffe es mit zweihundertfünfzig.

Den Weg muss jeder selbst wählen, aber man muss ihn nicht alleine gehen.

Die Sinnkrise und ihre Bewältigung

Park SonneEin kleiner See. Irgendwo bei Wien.

Das Rad lehnt hinter mir an der Bank, neben mir eine Brücke, vor mir das Wasser. Rundherum Trauerweiden.

Jeden dritten Satz, den ich schreibe, streiche ich wieder durch. Wörter werden ausgetauscht und umgestellt. Es ist lange her, dass ich einen Beitrag für 2-Blog auf einem Block geschrieben habe. Drei Monate? Ich kann mich nicht mehr erinnern.

Ein älteres Ehepaar geht an mir vorbei. Sie schauen mich skeptisch an. Die Cucks, die weißen Socken, die hochgekrempelte, olivgrüne Hose, das weiße Hemd oder der Baumwollpullover. Irgendetwas schein ihre Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Vielleicht ist es auch nur die Tatsache, dass ich hier sitze und schreibe.

Die Sinnfrage. Immer wieder kommt sie auf. Manchmal dauert es Monate, manchmal nur Tage oder Wochen. Oft steigert sie sich schnell. Es wird bald das ganze Leben in Frage gestellt. Es reicht nicht zu wissen wozu man bloggt, wenn man nicht weiß wofür man lebt. Der Sinn der Menschheit.

Eine Frage, die man nicht allgemeingültig beantworten kann. Vielleicht nicht einmal von Fall zu Fall.

Die Menschheit weiter zu bringen, auf die nächste Stufe helfen. Und dann? Der Drang sich auszubreiten, alles erforschen und besitzen, sitzt tief. Dennoch muss man sich manchmal die Frage stellen, wo das alles hinführt, ob man das will. Oder ob es gar keinen Sinn macht sich darüber Gedanken zu machen.

Das höchste Ziel ist glücklich sein.

Eine Ente schwimmt mit ihrem Jungen vorbei. Ist sie glücklich?

Ein Mensch kann nur selbst sagen, ob er glücklich ist. Was er dazu braucht. Letzteres fällt mir selbst schwer. Liebe, Erfolg, Freundschaft. Nur Überbegriffe.

Glück ist ein schwieriges Wort.

Zufriedenheit auch.

Wieder auf dem Rad. Der Spielplatz war zu nahe. Entlang einer stark befahrenen Straße. Abgase inhalieren und die Polizei bei der Pause stören.

Um den Sinn des Blogs soll es gehen. Das Leben gehört dazu, ist aber nicht ausschlaggebend. Nicht in diesem Beitrag.

Grundsätzlich geht es darum Inhalte ins Internet zu stellen. Informationen, Wissen, Bilder, Videos. Erfahrungen und Überlegungen. Gedanken. Gefühle. Kunst. Dinge teilen. Sich selbst mitteilen.

Der Sinn des bloggens ist so vielfältig wie das bloggen selbst.

Als ich begann diesen Beitrag zu schreiben, wusste ich nicht was ich schreiben werde. Das Problem ist zugleich die Lösung. Wenn ich blogge, setze ich mit etwas auseinander. Ich beschäftige mich mit mir selbst und lebe bewusster.

Blogs anderer Menschen eröffnen mir neue Sichtweisen, inspirieren mich, zeigen mir Sachen, die ich nicht kannte, bringen mich weiter und wecken manchmal Gefühle.

Die Wolken ziehen sich zurück und geben der ständig anwesenden Sonne mehr Platz um mich mit Wärme zu versorgen.

Bloggen bedeutet Dinge nicht nur wahr zu nehmen, sondern sich etwas damit zu machen und das Ergebnis zu teilen.

Bild: .Storm

Augenblicke [Podcast]

Der Text gehört überarbeitet und ich sollte mich nicht ständig versprechen.

mindestens haltbar Lesung zum nachhören
Link zum Text: Augenblicke

 
 Podcast 4: Augenblicke [6:56m]: Play Now | Play in Popup | Download (1130)

Du lebst nur einmal

Lebenszeit. Sie streicht vorüber. Jede Sekunde die ich an diesem Text schreibe ist unwiederbringlich. Eine schreckliche Einstellung, wie ich finde.

Ich sehe zwei Extreme. Auf der einen Seite Personen, die warten. Sie sehen optimistisch in die Zukunft und malen sich ständig aus, wie toll es einmal sein wird. Sie sind voller Hoffnung, beachten dabei jedoch nicht, dass das Leben an ihnen vorbeizieht.
Auf der anderen Seite stehen jene Menschen, die ständig eine Uhr vor Augen haben, welche unstopbar ihre Lebenszeit runterzählt. Sie versuchen jedes Stücken sinnvoll zu verbrauchen, vergessen dabei jedoch, dass es auch andere Dinge gibt, die wichtig sind.

Es gibt mehrere Faktoren, die mich auf dieses Thema gebracht haben. Hauptsächlich Gespräche, aber auch ein Kommentar im Blog und eine Diskussion über den Tod in einem Forum.

Noch einfacher ist es nicht nur zu jammern sondern sein Leben in die Hnd zu nehmen und was draus machen.

Ich bemitleide mich oft selbst in Texten, aber wenn man genau hinsieht, wird man auch bemerken, wie oft ich mich selbst tadle. Ich rege mich über meine Unfähigkeiten auf. Ich schreibe mir selbst Briefe, was ich doch für einen Schwachsinn verzapfe. Bin mir selbst einer der größten Kritiker. Versuche mich zu hinterfragen, überlege was ich mit dem Text aussagen will. Meist sind es Selbsterkenntnisse. Ich bemerke, dass ich etwas falsch gemacht habe. Es gibt auch Beiträge, die lediglich eine aktuelle Veränderung in meinem Leben wiederspiegeln. Andere machen keinen Sinn. Wirklich nicht. Sie sind bloß Gedanken, die ich ohne Kontrolle direkt in die Tastatur haue. Manchmal sind es auch Experimente.
Doch im Endeffekt jammere ich nur, um mir selbst zu zeigen, was ich falsch mache.
Da ist es leicht zu schreiben, dass man das selbst in die Hand nehmen soll. Es gibt immer irgendetwas, das ein Hindernis darstellt. Manchmal ist es der sogenannte Schweinehund, manchmal etwas anderes.
Vor einigen Monaten schrieb ich darüber, dass viele Tipps, die ich anderen gebe mich selbst betreffen. Auf die Schnelle finde ich den Beitrag nicht mehr, aber das ist auch nicht wichtig. Ich möchte nur sagen, dass ich mein Leben ständig anpasse und verändere.

Ich bin nach Wien gegangen, obwohl ich in Innsbruck alles gehabt hätte. Dort hätte ich eine Wohnung, Freunde, Familie. Ich kenne die Stadt, würde bei jedem noch so kleinen Problem Hilfe bekommen. Doch ich bin nach Wien gegangen. Viele andere haben behauptet sie würden es auch machen. Ich habe es geglaubt. Es erschien mir bei ihnen realistischer, als bei mir. Jetzt bin ich alleine hier. Vielleicht kommen noch welche nach dem Zivildienst, doch ich bezweifle es bei fast allen.

Die letzten Wochen waren toll. Ich habe neue Leute kennen gelernt und es ist erst der Anfang. Plötzlich tun sich Perspektiven auf, die ich nicht einmal erahnen konnte. Das heißt nicht, dass es selbstverständlich ist, dass man alles bekommt, ich werde mich dafür anstrengen müssen. In Innsbruck hätte ich nicht einmal die Möglichkeit dazu gehabt.

In der Diskussion in dem Forum ging es darum, was nach dem Tod mit der Seele passiert. Viele Theorien, Himmel, Wiedergeburt, Parallelwelten. Eine Userin, von der ich viel halte, meinte, dass das alles Unfug sei. Es sei falsch sich an Jenseitstheorien zu klammern und dadurch den Blick fürs wesentlich zu verlieren. Die Aussage von ihr lag darin, dass man jetzt leben muss. Es darf keine Rolle spiele, ob sich das jetzige Verhalten auf ein mögliches Danach auswirkt oder nicht. Man muss seinem Leben Sinn geben und darf nicht auf etwas hoffen, das es nicht gibt.

Nun denke ich wieder an meine ehemaligen Klassenkollegen. Ich glaube nicht, dass sie sich an das Leben nach dem Tod klammern, aber bei einigen befürchte ich, dass sie sich an Fantasien klammern. Beim reden mit ihnen kommt öfters das “später einmal” auf. Sie fühlen sich nicht reif für den ersten Schritt. Doch das habe ich mich auch nicht. Ich wurde ständig von der Sorge geplagt, dass ich es nicht schaffe, dass ich versage. Nach außen habe ich das vollkommen unterdrückt. Es war meine Sache und ich wollte damit selbst fertig werden. Man fühlt sich fast nie reif für etwas, aber wenn man nicht einmal beginnt, wird es nie etwas.
Ich kann es auch mit einer Arbeit vergleichen. Entweder man setzt sich hin und fängt an oder sie wird nie fertig.

Natürlich gibt es eine zweite und eine dritte und eine vierte Chance, aber es wird nie das gleiche sein. Man ist kein zweites Mal neunzehn und die Zeit schreitet voran. Unaufhörlich. Unstopbar, wie ich es zu Beginn nannte.
Man muss sein Leben in die Hand nehmen, aber der Gedanke, dass jede Sekunde eine verlorene ist, ist falsch.

Dies ist ein Aufruf sich über die eigene Situation Gedanken zu machen. Es ist das was ich will, was ich mir erwartet habe?
Wenn nicht, wie kann ich es erreichen?

  • Empfehlungen

  • Vernetzen