Archiv für die Kategorie ‘Mort 2’
Eine helle Glocke mischte sich in das monotone Tippgeräusch, offenbar um die Ankunft des Aufzugs anzukündigen, dessen Türen langsam aufschwangen. Zum Vorschein kam eine weitere weiß gekleidete Dame, die jedoch im Unterschied zu jener am Empfang freundlich lächelte. “Welcome to Ink Inc.", sagte sie strahlend, als sie auf Mort und Evelyn zukam und ihnen die [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
“Good evening miss…" Evelyn schielte nach dem Namensschild auf der weißen Bluse der Empfangsdame, doch da stand nur eine Zahl. “…two hundred fourty-three." 243 blickte von ihrer Schreibmaschine auf, tippte jedoch weiter. “Khello,", sagte sie, immer noch tippend. “Khow can I khelp you?" “My colleague and I are doing a paper on the most important [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Evelyn analysierte den Raum ebenso und schätzte seinen Informationsgehalt auf Null. Nichts mit Broschüren, Plakaten oder Bildschirmen mit Infomercials. “Drei.", flüsterte sie Mort daher zu. Mort las auf seiner Serviette nach. 3. Wenn keine Informationen auf unauffällige Weise zu entnehmen, nach Personen Ausschau halten. Kontaktaufnahme, sofern die Person(en) nicht erzürnt über Eindringen wirken und/oder Waffen [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Die Sonne war im Begriff, unterzugehen, und ließ das Gebäude rötlich erstrahlen, als Evelyn und Mort zum zweiten Mal vor seinen Eingang traten. “Kann es losgehen?", fragte Eve. Mort nickte. “Nummer eins!", sagte Eve. Mort hob die Serviette und begann, ganz oben, neben der kleinen 1. zu lesen. Gebäude betreten. Nach Augenschein das Interieur beurteilen. [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Noch heute gilt Evelyns Plan als einer der besten, die jemals zu irgendeinem beliebigen Zweck entwickelt wurden. Er war so durchdacht, dass für jede denkbare Konstellation im Phasenraum des Ink Inc.-Gebäudes eine eigene Lösung gefunden wurde. Vom Hauptplan spalteten sich hunderte Unterpläne ab, für-den-Fall-dass-Pläne, die untereinander hochgradig komplex verwoben waren und ineinander griffen wie ein [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Zum ersten Mal seit langem fühlte Mort sich wohl, als er in frischem Look die Hermés Paris-Boutique auf der Parizska verließ und Evelyn in ein nahe gelegenes Café folgte. Nun strahlte er zwar äußerlich wie nie zuvor, doch innerlich fühlte er sich leer. Er fragte sich, ob es dieses Gefühl war, das die Leute beschrieben, [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Für die meisten Menschen ist Mode nur zu einem gewissen Grade wichtig. Es ist somit normalerweise nicht üblich, das Thema zum Allgemeinwissen zu zählen. Gerade deswegen wusste Evelyn alles darüber. Zweifellos kann jeder meiner Leser eine Sandale von einem Lederstiefel unterscheiden; viele kennen das Burberry-Muster und wissen, wie ein Dufflecoat aussieht. Und spätestens seit jener [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
So schön konnte das Leben sein. Für einige Minuten vergaß Mort, weshalb er eigentlich hier war. Er tauchte aus dem sprudelnden Wasser auf und bemerkte, dass es an der Tür klopfte. “Brauchst du noch lange?", vernahm er Evelyns Stimme. Er stieg seufzend aus der Wanne und trocknete sich mit dem flauschigsten Handtuch, das er je [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Morts ursprüngliche Idee, das Gebäude einfach zu betreten und wie ein unschuldiger Tourist die Empfangsdame auszufragen, konnte glücklicherweise durch Evelyn vor der Realisierung bewahrt werden. “Wir stinken nach dem Abfall aus dieser Seitengasse, unsere Klamotten sind immer noch dreckig und etwas feucht von der Moldau, und ich bin mir nicht sicher woher der tote Fisch [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Da bemerkte er, dass er angelächelt wurde. Befremdet drehte er den Kopf. Richtig, das Mädchen. Was war mit ihr los? Mort beschloss ihr gegenüber skeptisch zu bleiben. Sie war hübsch, das war auffallend. Sie war interessant. Sie war intelligent, auf ihre spezielle Art. Und dennoch war sie ausgesprochen nett zu ihm. Da stimme etwas nicht. [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Das Gebäude der Ink Inc. in Prag ist ein moderner, gläserner Turm, der sich auffallend miserabel in das dunkle, gotische Stadtbild einfügt. Es hat immer noch seinen modernen Flair, obschon die Scheiben in all den Jahren von Wind, Wetter und dem erbitterten Kampf, als dessen Schauplatz das Gebäude dienen sollte, verdreckt und zerstört worden sind. [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
“Wie sollen wir dieses Krankenhaus überhaupt finden?", seufzte Mort. “Hast du davon schonmal gehört?" Evelyn schüttelte den Kopf. Hätte Mort bloß den Rest jener Akte besessen, in der die Verlegung seines Freundes nach Prag beschrieben war. INK Krankenhaus. Wofür das wohl stand? Vermutlich irgendwas Tschechisches. INK… Und diese Evelyn war ja auch eine schöne Hilfe. [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
So hat es sich natürlich nicht zugetragen. Nichts läuft in der Realität so glatt ab. Außerdem hätte ich es dann ja viel dramatischer ausgebaut. Ich kenne die grauenhaften Details, die Morts Leben im weiteren Verlauf erfüllen sollten, doch meinen geschätzten Lesern bietet sich hier erneut die Gelegenheit, mit diesem befriedigenden, wenn auch langweiligen Ende abzuschließen, [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Sie fanden das Krankenhaus nicht weit entfernt, und erfuhren mit viel Witz und Charme am Empfang, dass Sandy Witel (was sie als Anagramm von Sidneys Namen erkannten), im Zimmer 119 im 9. Stock lag. Als Ärzte verkleidet gelangten sie unbemerkt in jenes Zimmer, wo eine große Überraschung auf sie wartete. Da saß Sidney, unversehrt und [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
“Wieso bist du abgehauen?", fragte Mort. Evelyn zuckte mit den Schultern. “Keine Ahnung. Langeweile.", schlug sie vor. Mort musste lachen, um seinen Frust über diese Aussage zu überspielen. Dabei hatte er vor nicht allzu langer Zeit genauso gedacht. “Und was hast du nun vor?", fragten sie beide wie aus einem Munde, lachten verlegen, und machten [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
“Und was ist mit dir?", wollte Mort wissen. “Nichts besonderes.", sagte Evelyn, “Ich wohne hier. Aber nicht mehr lange." Wenn ihr Evelyn in Verlegenheit bringen wollt, fragt sie, wo Österreich liegt, denn sie weiß es nicht. Aber fragt etwas, wovon ihr euch absolut sicher seid, dass es wirklich niemand weiß, weil es vollkommen unwichtig ist; [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
“Du suchst nach deinem toten Freund, weil du eine Akte gefunden hast, in dem von seiner Einweisung in ein Prager Krankenhaus nach seinem Tod die Rede ist?", fasste Evelyn zusammen. Es war keine Leichtigkeit, aus Morts langer, zusammenhangloser Erzählung das wichtigste herauszufiltern. “Genau", sagte Mort, sichtlich erfreut, dass ihr das gelungen war. “Woher kommst du [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
In einer dunklen Seitengasse blieben sie liegen. Kein Mensch hatte sie gesehen. “Was führt dich nach Prag?", fragte Evelyn, nachdem sie einige Minuten lang still nach Luft gerungen hatten. “Der Zug", antwortete Mort. “Ahm, ja. Ich meine, bist du hier auf Urlaub?" Mort entfuhr ein höhnisches Lachen. “Das nun nicht gerade.", gab er zu. Musste [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Jemand saß neben ihr und starrte sie wortlos an. Evelyns blaue Lippen zitterten dermaßen, dass sie kaum sprechen konnte. “Y-you… you saved m-me?", stotterte sie in ihrem britischen Akzent. "Was?â€, fragte Mort. "Oh… du sprichst Deutsch?†"Was?â€, wiederholte Mort. Trieb dieser Kerl ein Spiel mit ihr? Evelyn betrachtete ihn durch misstrauisch zusammengekniffene Augen. Jedenfalls musste [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Evelyn riss die Augen auf. Sie wollte schreien, doch nur ein Krächzen verließ ihre Kehle, zusammen mit etwas dreckigem Flusswasser. Was war nur geschehen? Sie war durch die Luft geflogen, durch das Wasser getaucht. Sie hatte Stimmen in ihrem Kopf gehört. Wo war sie? Völlig unpassende Details kamen ihr in den Sinn. Jährlich ertrinken etwa [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Mort schreckte auf, wie aus dem seltsamsten Traum den er sich vorstellen konnte. Er hustete, bis das Wasser seine Lungen verließ, um gierig Luft holen zu können. Schemenhaft bewegte sich ein gigantisches Wesen neben ihm, gleichförmig und monoton wie ein Ersatzwort für Synonym. Seine Gedanken waren wirr. Alles rauschte ziemlich laut. Dumpf hörte er ein [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Er hatte sich verrechnet. Der Brückenpfeiler verlief pyramidenförmig nach oben; auf Höhe des Flusses war er einige Meter breiter. Nach einem kurzen Fall stach Mort hart mit der Ferse gegen einen Steinblock und verlagerte sein Momentum nach vorne. So kam er leider nicht wie geplant gerade, mit Füßen voran, auf der dreckigen Oberfläche auf, sondern [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Es gibt Menschen, bei denen sind die Verbindungen zwischen den sogenannten Synapsen im Gehirn blockiert, sodass dort keine Information in Form von Nervenimpulsen ausgetauscht werden kann. Die betroffenen Personen merken sich Informationen nicht so schnell oder haben Schwierigkeiten beim Lesen. Solche Menschen werden heute als Legastheniker bezeichnet; ältere, weniger politisch korrekte Ausdrücke inkludieren Lapp, Trottel, [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Mort kniff seine Augen zusammen und späte in die sanften Wellen in der dunklen Brühe. Dort war sie wieder, er hatte sich nicht getäuscht. Der Körper einer Dame tauchte in den Wellen hinter dem Brückenpfeiler auf, um sogleich wieder mit grausamer Anmut zu versinken. War sie tot? Mort konnte es unmöglich sagen, doch er musste [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Touristen spazierten in Scharen hinter ihm vorbei, doch Mort fühlte sich allein, als er still auf dem steinernen Rand der Brücke saß. Im Schatten einer der zahlreichen Statuen starrte er auf den breiten braunen Fluss, ohne dem angenehmen Frühlingswetter, den heiteren Klänge der Tschechischen Straßenmusikanten, oder den kurzen Röcke der Touristinnen Acht zu schenken. Früher [...]
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag
Liber Secundus: Evelyn Mögest du in interessanten Zeiten leben. Alter Chinesischer Fluch
Weiterlesen...
Nächster Beitrag
Vorheriger Beitrag