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Mir ist kalt

Park bei NachtWir sitzen auf der kleinen Holzbrücke und lassen die Beine hinunterbaumeln. Die Sonne ist schon fast untergegangen, taucht die Wolken mit ihren letzten Strahlen in einen orangen Schimmer. Unter uns gluckert der Bach dunkel vor sich hin. Außer uns ist niemand mehr im Park.

Ich rücke näher zu dir, lege meine Jacke um deine Schultern. “Aber jetzt frierst du doch.” Lächelnd schüttle ich den Kopf. Kalt haben, habe ich mir abgewöhnt. Irgendwann in der Pubertät. Da bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es lediglich eine Rückmeldung des Körpers ist. Wahrgenommen. Mehr ist da nicht. Seit dieser Zeit hängt mein Kältempfinden mit meiner Gefühlslage zusammen. Ob dieser Zustand wünschenswert ist, sei einmal dahingestellt.

Vorsichtig nehme ich deine Hand. Ein kurzer Schauer durchfährt mich. Ich versuche dich zu wärmen. “Erinnerst du dich an früher? Als wir jung waren. Jung jung. Stell dir vor, wir hätten uns schon damals kennen gelernt. Im Sommer wären wir zum Bauernhof meines Onkels gefahren. Wir helfen mit und kümmern uns um die Tiere. Während du die Eier aus den Nestern der Hühner holst, fülle ich das Futter nach und gebe ihnen frisches Wasser. Nachdem wir die Eier in die Küche gebracht haben, spazieren wir durch das kleine Dorf. Die Sonne scheint. Du hast ein Kleid mit Blumenmuster an.

In der Mitte des Dorfes gibt es einen kleinen Hügel mit einer Kapelle drauf. Einmal schlängelt sich der Weg um den Hügel, dann setzen wir uns auf die Bank. Wir können das ganze Tal überblicken. Zwei gewaltige Bergketten. Auf manchen Gipfeln kann man die Kreuze erkennen. Am Ende führt die Straße als schmaler Strich bis zum Gletscher. Wir lachen. Sehen auf das Dorf hinunter und stellen uns vor, dass wir Bürgermeister sind. Du willst die Häuser rosa streichen, ich will eine Magentschwebebahn. Dort drüben kommt ein Schwimmbad mit einer großen Wasserrutsche hin. Und die Straße machen wir unterirdisch. Das Rathaus wird ganz groß. Und rundherum Glas, damit wir uns jeden Tag über unser schönes Dorf freuen können.”

“Wie kommt man darauf in einer Vorstellung eine Vorstellung einzubauen?” Ich muss kurz lachen. “Manchmal geht meine Fantasie mit mir durch. Dann bin ich so tief in dieser Welt, dass es ganz normal ist, dass ich mir dort etwas vorstelle, bis ich auch dort versinke.” “Und irgendwann kommst du nicht mehr zurück.” “Vielleicht.”

Für ein paar Sekunden sehen wir uns tief in die Augen. Dann stehst du auf. Die Sonne ist weg. Du zitterst leicht, als wir den Weg entlang gehen. Du öffnest deinen Mund willst etwas sagen, lässt es aber. Wir gehen die Straße entlang. Vor uns der Bahnhof.

“Warum machst du das? Wir kennen uns fast nicht.” “Ich kenne nur sehr wenige Menschen wirklich. Bei dir fühle ich mich wohl. Ich will dich noch viel mehr kennen. Doch so etwas geht nicht von heute auf morgen. Das ist ein Prozess, der bei manchen schneller und bei manchen langsamer abläuft.”

Ob wir uns wieder sehen? Ich hoffe es.

Bild: Humanoide

Robert Basic Watch Blog

Du magst den Basic Thinking Blog, hast aber keine Lust, dass er deinen Feedreader vollstopft mit Beiträgen über Videos, Fernseh-Dokus, SEO-Lieder, dem hundersten EEE-Artikel oder irgendwelchen Ungereimtheiten in den Lizenzbestimmungen eines Browsers? Dann gibt es jetzt die Lösung. Den Robert Basic Watchblog.

So oder so ähnlich könnte der Werbeslogan dieses Blogs lauten. Dort wird der Basic Thinking Blog genommen und das unwichtige aussortiert. Ähnlich wie in einer Firma, wo alle interessanten Artikel aus den Zeitungen ausgeschnitten und dem Chef auf den Schreibtisch gelegt werden. In diesem Fall bekommt man pro Tag ein oder zwei Beiträge, wo die wichtigsten Beiträge von Robert Basic mit Link und einer kurzen Beschreibung veröffentlicht werden.

Mal schauen, ob er sich durchsetzen kann. Der Robert Basic Watch Blog.

via

Über-Aggregatoren und ihr Versagen

2-Blog ist meine Zentrale, jedoch nicht der Ort, wo alle meine Informationsstränge zusammenlaufen.

Nico Lumma hat interessante Überlegungen zum Thema Aggergatoren geschrieben. Er kommt zu dem Schluss, dass viele Informationen durch nicht relevant sind und dadurch die meisten der geläufigen Aggregatoren keinen wirklichen Nutzen bringen. Da gebe ich ihm Recht.

Doch was ist so ein Aggregator, was macht er und vor allem wo liegen die Probleme?

Aggregatoren machen nichts anderes als die RSS-Feeds von verschiedenen Webservices zu einem zusammenzufügen. Solche Services gibt es schon lange, aber bisher war es nicht üblich, dass man mehrere Feeds besaß. Derzeit am populärsten ist Friendfeed. Wenn ich mir die Seite nun aber anschaue, gibt es fast keinen Mehrwert. Updates zeitlich geordnet ohne jeglichen Kontext.

Ich verfolge von niemanden aktiv solch einen Feed. Dafür gibt es nicht nur einen, sondern mehrere Gründe.

Mich interessieren die Inhalte nicht.
Nur weil ich den Blog von jemanden lese, heißt das noch lange nicht, dass mich auch interessiert was er zum Frühstück isst oder dass er neue Fotos aus dem letzten Familienurlaub hochgeladen hat.

Ich kenne die Inhalte bereits.
Blogs, die mich interessieren, habe ich in meinem Feedreader. Also erfahre ich wenn ein neuer Beitrag da ist und lese ihn wahrscheinlich. Der Aggregator zeigt mir nun wieder an, dass es einen neuen Beitrag gibt. Doch damit nicht genug. Viele Leute verwenden ein Plugin, das eine Twitter-Nachricht schreibt, wenn es einen neuen Beitrag gibt. Dann gibt es wiederum die Facebook-Application TwitterSync, welche die Statusnachricht mit Twitter abgleicht. In meinem Fall liefert dann noch soup.io den Overkill. Dort werden ebenfalls Daten aggergiert (Blog, Facebook, Twitter, flickr,..), doch ich poste auch neue Sachen, weshalb ich es auch in den Friendfeed einfließen lassen würde. Das ergibt dann 14 Benachrichtigungen von einem einzigen Beitrag, davon 7 im Aggregator. Reader, Twitter, Facebook, soup (Blogfeed, Twitter, FB-Status), Aggregator (Reader, Twitter, Facebook, soup (Blogfeed, Twitter, FB-Status)). Würde ich nun den Aggregator-Feed in soup einlaufen lassen, hätten wir eine wunderbare Schleife und bald steht das Internet still…

Nun gibt es bereits für beide Probleme Lösungsansätze.

Damit mich nur noch Inhalte erreichen, die mich interessieren, muss man umdenken. Bisher ist man davon ausgegangen, dass einen alle Dinge von einer Person interessieren, wenn es eine getan hat. Das ist schlichtweg falsch und kann bereits bei Blogs gesehen werden. Manche versuchen zwanghaft in ihrem Themenbereich zu bleiben, aber der Großteil schreibt einfach, was ihm gerade durch den Kopf geht. Deshalb ist es möglich hunderte Feeds am Tag zu lesen, weil der Großteil uninteressant ist. Wie kann man diesem Problem begegnen? Tags. Schlagworte. Diesen Ansatz verfolgt beispielsweise Wikio. Dort werden sowohl Newsseiten, als auch Blogs eingelesen und deren Tags übernommen bzw. welche hinzugefügt. Wobei ich bei letzterem noch nicht wirklich weiß wie es funktioniert. Nun erstelle ich mir eine Seite und füge dort Schlagworte und Feeds hinzu, die mich interessieren und schon bekomme ich alle Beiträge, welche zu den Tags passen und alle Beiträge der Feeds. Durch das Votingsystem wird noch über die Qualität entschieden und schon habe ich mehr relevante Inhalte und muss nicht mehr hunderte Blogs selbst screenen. Die Schwierigkeit liegt nun in den Schlagworten, deren Mißbrauch und dem Wertungsalghorithmus. Hier müsste ein intelligenter Algorithmus her, der den gesamten Text erfasst und erkennt welche Tags passen. Das Voting durch Menschen wird aber noch lange nicht ersetzt werden können. Erklärung des Systems aus erster Hand in den Kommentaren.

Gegen das Problem des vielfachen gleichen Content muss eine bessere Kommunikation zwischen den Diensten her. Die Beiträge brauchen einen Hinweis wo sie ursprünglich herkommen und die Aggregatoren müssen erkennen, ob der Beitrag schon einmal eingetragen wurde. NoseRub könnte in diesem Bereich ein Vorbild sein. Derzeit wird es hauptsächlich als Aggregator verwendet, aber die Idee dahinter sieht anders aus. Es geht darum, dass jeder seine Daten auf seinem eigenen Server hat und diese mit anderen austauscht. Wenn man da etwas weiter denkt, könnte ich mir vorstellen, dass ich alle Dienste auf meinem Server laufen lasse und mir selbst zusammenstelle was ich von wem bekommen will. Derjenige muss dann bestätigen, dass ich beispielsweise seine Blog und Tweets erhalte oder hat sie für alle verfügbar gemacht. Mir werden dann alle Dinge schön übersichtlich dargestellt. Eine Schwierigkeit könnte sein, dass es nicht dazu kommen wird, dass alle auf NoseRub umsteigen. Somit muss ich erst recht wieder die Inhalte von verschiedenen Services zusammensuchen und wir stehen vor dem gleichen Problem. Vielleicht wäre es möglich, dass ich alle meine Inhalte auf meinen NoseRub-Server hole und sie dann von dort weiter verteilt werden. Zumindest gefällt mir der Gedanke besser, dass ich bestimmen kann wer was von mir bekommt und nicht einfach jeder wie er will es verteilt.

Start in den Frühling - Blögger

Blögger Logo Mir geht es wunderbar. Wer meinem Twitter folgt, weiß es schon länger, die anderen können es bei Blögger nachlesen.

Ich bin nun offiziell damit beauftragt das Projekt aufleben zu lassen. Einerseits bedeutet dies, dass ich weniger Zeit habe, aber andererseits beschäftige ich mich wieder mehr mit Blogs und vor allem der österreichischen Blogosphäre. Das gleicht sich dann wieder etwas aus.

Ein bisschen muss ich mich erst in dieser Rolle zurecht finden, aber geht schon recht gut. Wie man sehen kann, ist auch schon bald eine Veranstaltung geplant. Darauf freue ich mich schon. Es ist ja nicht so, dass ich ansonsten nicht aus dem Haus komme.

Gestern war ich im net culture lab zum Thema Gläserner Mensch dank Social Media. Vor allem der rechtliche Aspekt war interessant, aber auch die Gespräche danach. Nächsten Donnerstag ist Open Coffee Club und der nächste Webmontag ist auch schon fix. Nicht zu vergessen Digitalks zum Thema Social Networking Tools.

Volles Programm und es macht mir Spaß. Jetzt noch regelmäßiger bloggen und ich bin zufrieden.

Reaktionen auf Wahrheiten 201-300

Dieser Artikel ist Teil der Serie 1000 Wahrheiten

  1. 200 Wahrheiten
  2. 200 Wahrheiten mit 2×200 Antworten
  3. Wahrheiten 201-300
  4. Reaktionen auf Wahrheiten 201-300
  5. Wahrheiten 301-400

Er hat es wieder getan.

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