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Luca im Club 2

33 Kommentare

Während sie mir Creme ins Gesicht schmiert die Frage, ob ich der Internetexperte sei. Ich mag den Ausdruck nicht, würde es bevorzugen, wenn man es umschreibt wie es ist. Jemand, der sich seit mehreren Jahren mit dem Internet und speziell dem Social Web beschäftigt und dort sehr aktiv ist. Sie sagt “Aha” und macht mit dem Puder weiter. Es fühlt sich ein wenig an wie Photoshop.

Am 28.4. war ich im ORF-Zentrum, wo der Club 2 aufgenommen wurde, der aufgrund eines runden Tisches zur Griechenland-Krise erst am 5.5. ausgestrahlt wurde. Ihr habt die Möglichkeit den Club 2 in der ORF TVthek nachzuschauen. Allerdings nur eine Woche, wenn meine Informationen stimmen.

Vorgeschichte

Als ich am Küniglberg1 ankam, wurde ich bereits erwartet und direkt zu den übrigen Diskussionsteilnehmern in den Gästeraum gebracht. Dort gab es Getränke aller Art und Brötchen. Schirrmacher hat mich gleich erkannt und dank einiger Twitterer wusste ich, dass er meinen Blogbeitrag, den ich als Vorbereitung geschrieben hatte, gelesen und für gut befunden hatte, was er mir später selbst bestätigte. In einer Ecke stand ein Fernseher, auf dem über die Griechenland Kriste berichtet wurde und so kam auch das Gespräch zwischen den Gästen auf das Thema. Ich klammerte mich ein wenig aus, da mir das Wissen fehlte, um etwas sagen zu können. Als ich etwas auf meinem Handy tippte, schwenkt die Diskussion um auf das Internet. Nach kurzem Wortwechsel besannen wir uns darauf dies später im Club 2 zu diskutieren. Dann ging es schon in die Maske.

Da der Club 2 erstmals in HD ausgestrahlt wird, handelt es sich um eine andere Schminke. Erst die gröberen Dinge abdecken, dann zwei Cremen und dann noch dreimal mit Puder darüber. Mein Gesicht ist weichgemalen und glänzt nicht mehr. Eigentlich müsste man jetzt Fotos machen. Denke ich. Weiter ins Studio.

Wir werden entsprechend den uns zugeteilten Rollen hingesetzt. Spudich und ich, als die Befürworter, während mein Teil vor allem das praktische ist. Uns gegenüber Schirrmacher und Hager (Polly Adler), die Gegner. Auf Stühlen und etwas weiter weg vom Geschehen, Poppe, Psychiater, der sich mit Internetsucht beschäftigt, und Zimmer von der Arbeiterkammer, die für Datenschutz zuständig ist.

Corinna Milborn gegenüber den Experten als Moderatorin, erklärt und kurz, wie sie sich das ganze vorgestellt hat. Es werden kurz die Themen, die besprochen werden sollen, durchgegangen und klar gemacht, wie die Fronten verlaufen. Ich habe das Gefühl, dass man dem Publikum gerecht werden möchte, indem man die Diskussion auf ein Dafür-Dagegen hinauslaufen lässt, anstatt mehr zu bieten indem man das Thema differenziert ausdiskutiert und in die Tiefe geht. Auf die Frage ob das, also die Fronten, richtig verstanden wurde, meint Schirrmacher nur, dass sie sich überraschen lassen soll.

Der Club 2

Einleitung durch Milborn, dann Schirrmacher mit der Aussage, dass man von ihm nie hören wird, dass das Internet dumm macht. Somit ist die Frage im Titel der Sendung schon geklärt, zumindest was die Diskutanten im Club 2, Hager ausgenommen, betrifft. Macht das Internet dumm? Nein. Punkt.

Den Rest könnt ihr euch eigentlich selbst anschauen.

Es werden viele Themen angeschnitten, selten geht die Diskussion tiefer. Die Frage ob das Internet dumm macht, wird nicht weiter behandelt, sonder man geht auf die Gefahren von Social Networks und Algorithmen ein. Ein bisschen Kostenloskultur und Möglichkeiten, die das Internet mit sich bringt.

Mein Favorit war Spudich, der sehr sachlich seine Argumente dargebracht hat und gezeigt hat, dass er sich sehr gut auskennt. Poppe war in Ordnung, hatte ein paar gute Aussagen dabei und verhielt sich ansonsten eher ruhig. Schirrmacher schätze ich inzwischen, allerdings bin ich mit vielen seiner Aussagen auch nach der Diskussion noch nicht einverstanden. Zimmer versuchte immer wieder den Datenschutz reinzubringen, was teilweise nichts mit dem gerade diskutierten Thema zu tun hatte und somit deplatziert wirkte. Hager war in meinen Augen eher Katastrophe. Mit Aussagen wie “Ich habe mich bei Facebook angemeldet, um meine Tochter zu überwachen.”2 und “Das Internet ist nur was für vereinsamte Soziophaten und macht süchtig.”2.

Ich habe mir den Club 2 gemeinsam mit einigen Twitterern im Café Sperlhof angeschaut. Langsam gewöhne ich mich auch daran mich selbst zu hören und zu sein. Ich hätte sicher einige Dinge besser machen können, bin aber grundsätzlich zufrieden damit und habe viel positives Feedback bekommen. Gefreut hat mich die Aussage, dass ich mich grundsätzlich zurückgehalten habe und nur dann etwas gesagt habe, wenn ich etwas zu sagen hatte. Falls ihr meint ich habe etwas falsch gemacht oder was ich besser machen könnte, bitte in die Kommentare.

Nachgeplänkel

Als der Club 2 etwas abrupt beendet wurde, “weil dann die Zuschauerzahlen einbrechen”, bin ich noch gut eine Stunde mit Schirrmacher im Gästeraum gesessen und habe weiterdiskutiert. Der Teil des Abends war für mich mindestens gleich interessant, wie der Club 2. Ich habe es so empfunden als hätte Schirrmacher eine sehr ähnliche Meinung zum Internet, wei viele kritische Blogger. Man muss aufpassen, wie Staaten die Technologien einsetzen, die großen Firmen bekommen enorm viel Macht und man soll nicht allem blind vertrauen. Ansonsten schien er mir begeistert von dem was möglich ist, wenn auch bei einigen Entwicklungen eher ängstlich, weil er es noch nicht ganz durchschaut hat, wie es funktioniert oder vor allem die Gefahren gesehen hat, anstatt den Möglichkeiten.

Mir hat es Spaß gemacht und ich konnte wieder einiges lernen. Und zu den Gerüchten, dass ich eine eigene Show bekomme, äußere ich mich jetzt einmal nicht.

Zum Abschluss noch ein Video übers Fernsehen.

Television is a drug. from Beth Fulton on Vimeo.

  1. ORF Zentrum []
  2. sinngemäß [] []

Veröffentlicht von

Ich studiere derzeit Medienwissenschaften an der Uni Paderborn und arbeite an meinem Projekt #Blognetz.

33 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. Inhaltlich fand ich dich gut, du hast für mich allerdings zu schüchtern gewirkt. Vorallem am Anfang. :)

    Hager fand ich auch sehr befremdlich.

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    • Erster Fernsehauftritt und so. Bei puls4 war das dann anders, aber dort war auch die Grundstimmung eine andere.

      Werde mich aber bemühen in Zukunft etwas offener zu sein. Danke.

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  2. ????? Top Performance !!! Hat mir sehr gut gefallen. Sehr überzeugend und sympathisch.Willkommen in der Bundeshauptstadt von Landsmann zu Landsmann

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  3. schade, dass die linie zwischen pro und contra so scharf war. das hat ziemlich gestört und wirkte ein bisschen gestellt. ich denke die diskussion wäre anders fruchtbarer gewesen. mit zimmer geb ich dir vollkommen recht.

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    • Mir persönlich gefallen Fernsehdiskussionen, bei denen alle Teilnehmer auf der gleichen Wellenlänge sind nicht. Das wird schnell langweilig.

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      • Ich verstehe mich mit Schirrmacher zwar gut, aber wir sind in vielen Punkten unterschiedlicher Meinung und das hat man hoffentlich auch in der Diskussion gemerkt.

        Mir hätte es besser gefallen, wenn man tiefer in die Kritikpunkte von Schirrmacher eingegangen wäre und die Themen ausdiskutiert hätte, anstatt fast immer nur eine Pro-Aussage und eine Kontra-Aussage, dann zum nächsten Punkt.

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  4. Hallo Luca!

    schau mir das gerade an in der ORF TVthek an. Es wurde hier sehr gute und interessant diskutiert. Der Titel war ziemlich daneben. Ansonsten inhaltlich eine gute, anregende Diskussion. Fehl am Platz war meiner Meinung nach nur Polly Adler, nicht wegen ihrer Meinung, aber weil sie eigentlich inhaltlich recht wenig gesagt hat, obwohl sie manchmal viel gesagt hat.

    Danke auch für deine Blog Berichte. War sehr interessant das so genau zu verfolgen. So eine Berichterstattung wird der ORF nie zusammenbringen.

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    • Danke.

      Mein Problem mit Hager war die Unwissenheit zu dem Thema.

      Habe mir für die Zukunft vorgenommen wieder öfter zu schreiben und da bieten sich solche Dinge an. Die Vorbereitung war auch für mich toll und hat Schirrmacher überrascht, auch weil bei mir, im Gegensatz zu den meisten Online-Magazinen konstruktive Kommentare gekommen sind.

      Dieser Beitrag bringt einerseits mir etwas, weil ich reflektiere, was ich gemacht habe und auch was mir nicht gepasst hat, aber auch den Leuten den ihn lesen, weil sie mitbekommen, wie das Ganze abgelaufen ist.

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  5. Internet macht nicht dumm. Punkt. Jetzt lasst uns richtig darüber reden. Großartig.
    Danke für deinen sehr guten Artikel, besonders hat mir Dein verschmitztes “Kennen Sie schon…*Pause…” im Club2 gefallen :)

    Du hattest recht mit Deiner Einschätzung über Schirrmacher, die Gesprächsanteile der Club2-Runde lagen eindeutig bei ihm. Dennoch schienen der Psychologe und Du auf Augenhöhe mit ihm, während die anderen Gesprächsteilnehmer verblassten, oder einfach nichts passendes zu sagen hatten, und andere nicht zu Wort kommen ließen, die vielleicht etwas adäquates zum Thema hätten liefern können.

    Gruß,
    Dante

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    • Der Psychiater war mir etwas zu ruhig, da fand ich Spudich (links von mir) besser.

      Auch wenn ich die Diskussion insgesamt in Ordnung fand, muss ich sagen, dass ich gerne bei den meisten Punkten tiefer gegangen wäre. Wirklich ausdiskutieren. Nicht nur argumentieren, sondern auch erklären.

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  6. war eine durchaus interessante diskussion. den etwas reißerischen titel der sendung, möge man dem orf nachsehen. ich werte ihn als einen versuch, auch leute, die sonst keine wesentlichen berührungspunkte mit dem web 2.0 haben, mit ins boot zu holen. generell finde ich, hast du (und auch dein verbünderte zu deiner linken) sehr gut argumentiert. dennoch habe ich den eindruck bekommen, daß du über die risiken (datenschutz verletzung, profiling, machtkonzentration, sucht) die ja in so gut wie jeder technologie stecken, gar nicht gerne diskutierst, bzw auch nicht gerne hörst, wenn man sie aufzeigen möchte. ist das die angst vor einer möglich regulierungs diskussion ? du hast auch gemeint, daß du gewisse risiken bewußt eingehst, weil für dich die vorteile überwiegen. das mag auf dich als quasi “berufs socialmedianer” zutreffen aber sicher nicht auf 90% der “gestern-hab-ich-mir-in-der-disco-xy-wieder-die-kante-gegeben” web 2.0 user. um nicht falsch verstanden zu werden, ich bin gegen eine regulierung und für mehr eigenverantwortung. ich würde mir aber von experten wie dir auch wünschen, daß erkannte risiken diskutiert werden, auch wenn sie vielleicht die weiter entwicklung der technologie “entschleunigen” könnten.

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    • Ich stelle den Sinn des reißerischen Titels in Frage. Menschen, die mit dem Web keine wesentlichen Anknüpfungspunkte haben, werden aus der Diskussion schnell ausgestiegen werden. Zuviele Fachbegriffe und Details, die nur oberflächlich oder gar nicht erklärt wurden. Probleme, die für sie nicht nachvollziehbar sind. Fürs Bloggen gibt es die Faustregel, dass der Titel das sagen soll, was im Beitrag steht. Ansonsten werden falsche Erwartungen aufgebaut und der Leser überlegt sich beim nächsten Mal genau, ob er den Artikel wirklich anklickt.

      Dass ich eine so starke Befürworterposition eingenommen habe, liegt auch daran, dass ich befürchte, dass der Zuschauer ansonsten den Eindruck bekommt, dass das Internet voller Gefahren ist. Schirrmacher sagt zwar selbst immer, dass das Internet nicht mehr aufzuhalten ist und grundsätzlich neutral ist, geht dann aber vor allem auf die Risiken ein. Weiters wurde von Seiten der Moderation versucht Fronten aufzubauen, was teilweise leider funktioniert hat.

      Vor einer Regulierungsdiskussion habe ich dahingehend keine Angst, weil sie schon im Gange ist. Leider wird in Österreich vor allem darauf geschaut was im Deutschland gemacht wird.

      Ich behaupte, dass sogar der Normaluser mehr Vorteile durch Social Networks als Nachteile hat. Auch wenn es Einzelfälle gibt, die durch Fotos und Meldungen Probleme bekommen können. Ich gebe dir Recht, dass durch ein stärkeres Bewusstsein der Gefahren vielen aus dem Weg gegangen werden kann. (Ich hatte gerade einen zweitägigen Workshop mit Schülern, wo wir genau auf die Punkte eingegangen sind, aber auch auf die Möglichkeiten die das Social Web für sie bietet.)

      Risiken existieren, das bezweifle ich nicht. Worüber wir sprechen sollten ist, wie man ihnen begegnet, welche Möglichkeiten man hat und welche nicht.

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      • da hab ich wohl im club 2 einen falschen eindruck bekommen. die sache mit dem workshop finde ich sehr gut und entspricht dem in meinem ersten post geäußertem wunsch an die experten.

        ich teile deine meinung in vielen punkten. ob social networks, vor allem jene, die sich dann, nach dem sich im moment abzeichnenden geschäftsmodel von facebook anlehnen, aber für die breite masse wirklich mehr vorteile als nachteile bringen, kann man glaub ich im moment nur schwer abschätzen.

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  7. Ich habe ehrlich gesagt Schirrmacher falsch eingeschätzt. Ich fand seine Positionen und Einschätzungen aber durchaus richtig und nachvollziehbar. Luca hat sich auch sehr gut geschlagen. Die einzige Person in der Runde, die sich permanent durch ihre substanzlosen und eigenartigen Aussagen disqualifiziert hat, war Frau Hager. Insofern waren die Fronten meiner Meinung nach eigentlich gar nicht so klar verteilt. Es gab 3 Befürworter (Schirrmacher zähle ich auch dazu), 2 Neutrale und eine Gegnerin, wenn man so will. Angesichts dieses Ungleichgewichts und des nicht wirklich ernstzunehmenden Gegners fand ich die Diskussion fast schon ein bisschen langweilig.

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  8. Hallo,

    Du hast geschrieben: ‘Als der Club 2 etwas abrupt beendet wurde, “weil dann die Zuschauerzahlen einbrechen”’

    Interessantes Hintergrunddetail.

    Hast du mitbekommen wie die darauf gekommen sind daß demnächst die Quote einbrechen wird? Hing das von der Uhrzeit ab? Oder wars andersrum: Wurde der Club beendet *nachdem* die Quote gesunken war?

    Wurde das Milborn per Knopf im Ohr mitgeteilt? Oder läuft da ein Monitor mit wo jeder die aktuelle Quote verfolgen kann?

    Was mich auch noch interessiert: Manchmal kann man beobachten daß die Kamera auf eine Person ins Visier nimmt, und diejenige dann auch kurz in die Kamera blickt. Ist da dann eine rote Lampe an der Kamera, woran man erkennt wer gerade anvisiert wird? Ist das nervig, lenkt das nicht ab?

    Richtet man sich da dann danach und verlegt zB das gelangweilte Gähnen auf die Momente wenn man von der Kamera gerade nicht angepeilt wird?

    Jan.

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    • Da ist aber jemand interessiert.

      Der Club 2 war ausnahmsweise aufgezeichnet, daher keine Live-Quoten. Afaik gibts die bei anderen Sendungen auch nicht. Es ist ein Erfahrungswert und er hängt mit der Uhrzeit zusammen, daher dieses Mal auch nicht ganz passend, weil er ja um eine halbe Stunde verschoben wurde.

      Nein, beim Club 2 gibt es keine roten Lichter bei den Kameras. Man weiß nicht, welche gerade aufzeichnet, damit man nicht abgelenkt wird. Ausgenommen der Anfang. Da wird gesagt, dass die Personen im Bild sind, während sie vorgestellt werden.

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      • Da ist aber jemand interessiert.

        Yeah! :-)

        Ich finds halt zuweilen besorgniserregend, wie die “Realität” auch bei Formaten abseits von Spielfilm & Co dem Zuschauer vorenthalten und gegen eine “künstliche Welt” ausgetauscht wird (siehe Schminke und Quoten-Ende beim Club2, aber auch künstliche Appläuse und angeheiztes Publikum, etc …).

        Mehr Transparenz würde gut tun.

        Danke für deine Infos!

        Jan.

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  12. alles lieb, alles gut, es freut mich, daß sie so viele freunde haben, die ihren club2 auftritt toll gefunden haben; ich habe ihn keineswegs toll gefunden. einfach deswegen, weil mich auf Ihr auftritt an einen Fundi erinnert hat. ich dachte mir nur eines: lange oder viel haben sie in einem – egal welchem – beschäftigungsverhältnis noch nicht nicht gearbeitet, sie halten eben ihr ideabild eines social web oder ihre lebensphilosphie hoch. Ehrenswert (ja, ich finde auch, daß Led Zeppelin die Mutter aller Musik nach 1967 ist – ist halt eines meiner Lebensbilder).
    Aber, machen sie uns allen einen gefallen: messen sie sich nicht (also zB mit Schirmacher – dessen Thesen tlw. gut oder auch nicht sind; Steve Jobs; usw usw.). ich diskutiere auch nicht mit reich-ranicki über goethe oder grass, obwohl ich vergleichnde LW und THW studiert habe. Das kann ja nicht gut ausgehen.
    Und mögen Sie sich auch – gemäß Ihrer Zusprecher und Freunde – wacker geschlagen haben – Herr Hammer, tippen Sie bitte nicht Ihr Mobiltelefon, während Sie in der Kameratotalen sind.

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    • Haben Sie sich den Beitrag durchgelesen, die Kommentare? Mir ist klar, dass ich radikaler rübergekommen bin, als ich es bin. Ich sehe einige Dinge sehr wohl kritisch und bin mit Schirrmacher einer Meinung.

      Ich studiere, arbeite daneben und unterrichte an der Uni. Alles nicht sehr lange, aber ich glaube nicht, dass Zeit als Argument funktioniert. Gerade nicht, wenn es ums Internet geht, welches die meisten von uns schon gleich lange kennen. Mit dem kleinen Unterschied, dass manche damit aufgewachsen sind und es leben, während andere es erst kennen gelernt haben, nachdem sich ihr Weltbild schon gefestigt hat.

      Für mich war die Diskussion kein messen. Ich habe nicht gekämpft, sondern mich unterhalten und das zugegebenermaßen noch auf einem recht oberflächlichen Niveau. Ich halte nichts von Unantastbarkeit. Jeder kann jede Meinung in Frage stellen. Man muss es natürlich auch begründen können.

      Ich habe es in den Kommentaren schon einmal geschrieben, man wusste nicht wann man im Bild war und wann nicht. Würden Sie jemand anders auch verbieten sich Notizen zu machen? Nur weil ich statt Papier und Stift mein Mobilgerät benutze, bin ich schlechter?

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      • S.g. Herr Hammer, ich wollte Ihnen mit meinem Kommentar nicht zu nahe treten, ich habe Sie schon als Vortragenden erlebt und fand Sie gut. Wirklich.
        Eine Anmerkung zu Ihrer Antwort: Das Problem ist, daß sich bei vielen Menschen in bestimmten Generationen ein Weltbild gefestigt hat, das halt leider in Stein gemeisselt hat. Aber, unsere Zeit und die Technologie verlangen Flexibilität, rasches Um- und Dazulernen – eine Chance für viele aus alten Denk- und Lebensmustern auszubrechen. Manche tun’s, manche nicht.
        Übrigens: Das hat mit “schlechter” nix zu tun; aber Internet-affine Zuseher denken sich vielleicht: Na ja, der ist ja unaufmerksam, der tut ja während dem Club2 twittern oder facebooken.
        Ich mache übrigens fast das selbe wie Sie: Arbeiten, Studieren, Vortragen. Mit dem Unterschied, daß ich rund 1,5 bis 1,75 mal so alt bin wie Sie – also fast ein mittlerer Vierziger. Schönen Abend.

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        • Ob ich unaufmerksam bin oder nicht, kann man doch viel besser daran merken, was ich sage, bzw. was ich nicht sage, als an den Dingen die ich mache, während andere sprechen. Selbst wenn ich getwittert hätte (und das hätte ich gerne) kann ich dennoch aufmerksam zuhören. Möglicherweise noch Fakten recherchieren, die einfach in den Raum geworfen wurden.

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  13. “das internet leben”, ist denke ich nicht richtig formuliert. gelebt werden in der von dir angesprochenen generation wohl mehr die, ich sag jetzt mal “web2.0 social networks dienste”.
    social networks könnte man aber auch die anderen dienste ausserhalb des wwwebs (aber innerhalb des internets ;-)) nenne, die aber heute von der masse, kaum noch beachtung finden, wie zb das usenet oder diverse bbs systeme (fido war da mal sehr angesagt). wenn ich die “alten” social networks jetzt mit den neuen vergleiche, fällt mir auf, daß es heute viel mehr um selbstdarstellung geht als früher, wo das kommunizieren und publizieren wirklich im vordergrund stand. Dafür hat aber heute fast jeder die möglichkeit, diese “neuen” diensten zu nutzen, was ich auch sehr gut finde.

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    • Ich würde schon Internet und nicht nur Social Networks (web2.0 social networks wtf?) sagen. Email, Skype, Bittorrent, Spotify und eigentlich die meisten mobilen Apps, die sich außerhalb des Webs befinden.

      Mit der Selbstdarstellung könntest du Recht haben, allerdings ist das ein sehr subjektives Gefühl und man müsste es sich genauer anschauen.

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  14. email skype und bittorrent lasse ich als eigenständiges internet dienste durchgehen. aber spotify zähle ich als web2.0 (ich hasse den begriff, aber jeder weiß was damit gemeint ist) anwendung im www. auch die mobilen apps verbinden sich zumeist über webservices mit web2.0 anwendungen. ich weiß, daß der begriff internet als synonym für das www verwendet wird, finde aber, daß es dem internet nicht gerecht wird. die großen zuwächse, gibt es im www und da im speziellen bei den web2.0 anwendungen und davon sind heute wiederum fast alle, die nicht selbst ein social network darstellen, zumindest mit einem dieser verlinkt.

    ad selbstdarstellung: da hast du natürlich recht, es ist mein subjektiver eindruck.
    objektiv gesehen, macht es aber sicher sinn, denn wo sonst bekommt man (wenn man es will) mit relativ geringem aufwand, so schnell, so viel aufmerksamkeit bzw reichweite, wie heutzutage im www. ist für mich deshalb nur eine logische entwicklung.

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  15. Pingback: Medien/Wissenschaft im Web (Woche 38/2010) « digiom. studienblog über das leben in und mit digitalen onlinemedien

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