Vor etwa zwei Jahren habe ich damit begonnen einen anonymen Zweitblog zu führen. Inzwischen müsste ich es beinahe als Drittblog bezeichnen. Hauptblog, Sideblog, Zweitblog. Doch darum geht es gar nicht. Ich mache mir immer wieder Gedanken, ob das so richtig ist. Ich, der immer volle Transparenz propagiert habe, versteckt sich plötzlich hinter einem Pseudonym. Welches mir allerdings sehr gut gefällt. Ich habe noch ein zweites, aber von dem weiß niemand und so soll es auch bleiben. Vielleicht ist es auch nur eine Erfindung. So wie Meine Welt.
Als ich mit dem txt.blog begonnen habe, bin ich hier alle Beiträge durchgegangen und habe sie in Meine und Eure Welt kategorisiert. Das gab es schon früher, zweitweise hatte ich ein Design mit zwei von einader abgetrennten Bereichen, die parallel mit Inhalten befüllt wurden. Meine Welt gibt es immer noch, weil eine Bloggerin einmal geschrieben hat, dass ihr viele alten Texte nicht mehr gefallen, sie sich nicht mehr damit identifizieren kann, aber sie sie dennoch online lässt, weil sie zu ihr gehören. Das habe ich gut gefunden und somit habe ich es ihr gleich getan. Die Beiträge sind noch alle da, gelesen werden sie selten. Manche sind ganz schrecklich, andere noch immer schön. Ich habe darüber nachgedacht die guten zu renovieren und drüben erneut zu veröffentlichen. Aber dann müsste ich sie hier löschen. Und dann bleiben nur die schlechten, die müssten dann auch weg. Vielleicht. Irgendwann. Eher nicht.
Zu viele gute haben sich schon zurückgezogen. Entweder ganz oder in die Anonymität. Ich weiß nicht ob es etwas schlechtes ist. Ich finde es schade. Nicht alle haben mir verraten, wohin sie ziehen. Manche habe ich wieder entdeckt. Ich will auch nicht der sein, der ständig nachfragt. Es ist ihre Entscheidung. Ich habe es nicht geschafft. Begonnen ohne es jemanden zu sagen, aber dann doch im persönlichen Gespräch und manchmal auch woanders. Mitten in der Nacht, wenn auf Twitter nur noch wenige sind. Die, mit denen ich gut kann. Dann habe ich es geschrieben. Um es einige Minuten danach wieder zu löschen. Genug Zeit für sie es zu sehen, zu wenig, damit der Rest am nächsten morgen etwas mitbekommt. In der Suche ist es noch zu finden. Zu viele Systeme spiegeln Twitter, doch die Leute wissen nicht, wie die Tools verwenden. Sehen auch keinen Bedarf darin. Mir ist es recht. Ich glaube dort mehr echte Leser zu haben, als hier.
Als ich begann zu schreiben, hatte ich keine Statistik. Doch irgendwann überkam es mich. Nun weiß ich es auch dort. Es tut manchmal ganz gut zu wissen, dass man nicht nur für sich schreibt, selbst wenn es weiterhin im Zentrum steht. Die Gedanken raus lassen, manchmal auch zu schreiben, weil man es kann. Weil man es mag. Über sechzigtausend Worte, dreihundertsiebzigtausend Zeichen. Zweitausendzweihundertelf mal Ich. Darum geht es. Und um das da draußen. Leben nennen sie es. Spaß macht es. Meistens. Unter fünfhundert Worten geht selten etwas. Einhundertundelf Texte. Waren es zu Beginn Geschichten, ging es immer öfter um Gedanken. Ich mag beides, doch die Geschichten sind mir lieber. Durch ein Tuch der Kryptomanie.
Man muss diesen Text nicht lesen. Es reicht, dass es in diesem Blog einen Post gibt, der mit einem Passwort versehen ist. Nur einen. Und der Titel eine Tautologie.
Wo auch immer es hin geht. Ich möchte niemals aufhören. Zu schreiben. Ohne mich zu sehr von Konsequenzen einschränken zu lassen.