Gepostet von Luca Hammer am
07.02.2007
unsicher
Kalter Nebel umhüllt mich. Meine Stimme verstummt. Ungehört. Das Grau trübt meinen Blick. Ich versuche die Silhouetten zuzuordnen. Ich habe mich nicht mehr im Griff. Rutsche aus. Der Boden ist kalt. Meine Beine schmerzen. Weiß nicht wie weiter. Ich höre Stimmen. Sie lachen, sie weinen. Kann nicht sagen wo. Meine Kleidung ist durchnässt. Hängt schwer an meinem Körper.
Ich setze mich um zu warten.
Doch der Nebel lichtet sich nicht.
Gepostet von Luca Hammer am
07.02.2007
Zwischenbilanz
Wie ein Schatten zieht es an mir vorbei. Meine größten Wünsche gehören zugleich zu meinen größten Ängsten. Ich beginne zu zittern. Werde ich jemals das hinter mir lassen was mir so wichtig ist. Ich weiß es nicht. Muss es auch nicht wissen. Irgendwann ist es verschwunden oder nicht. Ich werde so leben, wie ich es für richtig empfinde. Immer im Fluss. Stehen bleiben geht nicht. Gilt nicht. Ich passe mich immer wieder an und sträube mich gegen das, woran ich mich gerade anpasse. Das alles bin ich. Meine Masken sind alle handgeformt. Von mir selbst. Wahres Ich gibt es nicht. Bloß die Annäherung daran. Ich habe nicht vor meine Masken abzulegen. Sie geben mir Schutz. Freiheit. Legt man alles offen auf den Tisch wird am uninteressant. Oder umso interessanter. Erfolgsformeln gibt es nicht. In den letzten Monaten ist soviel passiert. Ich habe mich selbst analysiert und bemerkt, dass ich gar nicht so uninteressant bin, wie ich mir immer gedacht habe. Kein Selbstlob. Meine Einstellung war nur sehr negativ. Ich fasse langsam wieder Mut. Sehe die Zukunft positiv. Auch wenn sie vielleicht kürzer ist als viele glauben. Ich bin nicht mit mir selbst zufrieden. Kann es nicht sein. Es gibt immer etwas was ich besser machen könnte, aber ich finde es auch so in Ordnung. Wäre alles perfekt gäbe es keinen Sinn mehr. Im Nachhinein ist man fast immer klüger. Ich werde mehr Fehler machen, aber auch mehr Erfolge haben. Muss etwas riskieren. Sonst komme ich nicht weiter. Manchmal gerät alles ins stocken. Irgendwas gibt mir dann wieder Kraft und es geht weiter.
Gepostet von Luca Hammer am
05.02.2007
zeitgleich
Violett sprüht durch den Raum. Erfasst mich.
Schleudert mich weg.
Ich klammere mich an das Bild von dir.
Versuche zu verstehen. Hitze durchstößt.
Alles dreht sich. Mein Glaube bleibt zurück.
Es geht zu schnell.
Immer kleiner, immer runder. Ohne Anfang.
Es geht nicht weiter. Der Stein verschwindet.
Meine Augen bleiben verschlossen.
Verwirrung zerstäubt.
Gepostet von Luca Hammer am
04.02.2007
fünf Minuten
Als ich aufstehen will, greifst du nach meiner Hand. Hältst mich fest. Ich blicke dir in die Augen. Du siehst mich ängstlich an. Deine Hand ist kalt.
Du willst nicht alleine sein. Zu lange warst du es. Jetzt sehnst du dich nach Wärme. Nähe. Geborgenheit.
Ich bin für dich da. Lasse dich nicht fallen. Niemals.
Du drückst meine Hand an dich. Ich gebe dir einen Kuss auf die Stirn. Stehe auf.
Du lächelst.
Gepostet von Luca Hammer am
03.02.2007
Vollmond
Vorsichtig betrete ich das Zimmer. Sie liegt in meinem Bett. Einfach so. Regungslos.
Ihre zarten Lippen sind geschlossen. Das Haar liegt offen in alle Richtungen. Der rechte Arm angewinkelt zu ihrem Kopf. Der linke über den Bauch. Die Hand hängt hinunter. Die Füße ausgestreckt. Einer über den Bettrand hinaus.
Geräuschlos nähere ich mich, hebe die Decke vom Boden auf und ziehe sie behutsam bis zu ihrem Kinn, schiebe ihren Fuß unter die Decke.
Ich setze mich auf dem Stuhl in der Ecke und lausche in der Stille ihrem Atem.

